Erster Auswärtssieg der neuen Saison. VET-CONCEPT Gladiators Trier schlagen MHP Riesen Ludwigsburg mit 94:80.

Bester Trierer Werfer war Eli Brooks mit 21 Punkten. Nächste Heimspiele am Mittwoch im FIBA Europe Cup gegen Batumi und am Samstag gegen ALBA Berlin.

Am vierten Spieltag der jungen easyCredit BBL-Saison 2026/27 waren die VET-CONCEPT Gladiators Trier bei den MHP Riesen Ludwigsburg gefordert. Headcoach Jacques Schneider musste weiterhin verletzungsbedingt auf Bennet Hundt und auch Clayton Guillozet verzichten, bei dem Anfang der Woche mit einer genauen Diagnose gerechnet wird. Als Starting Five entschied sich der Trierer Cheftrainer für Eli Brooks, Jordan Roland, Justin Simon, Moritz Krimmer und EJ Onu.

Die Trierer erwischten dabei einen hervorragenden Start und präsentierten sich von Beginn an hellwach in der Defensive. Vor allem die Pick-and-Roll-Verteidigung funktionierte gut, wodurch die Gladiatoren früh mehrere Ballgewinne erzwingen konnten. Den ersten Treffer der Partie erzielte Jordan Roland per Dreier. Über schnelles Umschaltspiel und konsequente Abschlüsse nach den Ballgewinnen bauten die Trierer ihre Führung schnell aus. EJ Onu stellte nach dreieinhalb Minuten auf 9:2, woraufhin Ludwigsburg bereits früh zur Auszeit griff. Auch danach blieben die Gladiatoren defensiv dominant. Justin Simon erhöhte nach einem weiteren Ballgewinn per Fastbreak auf 11:2 (5. Spielminute), während die RIESEN offensiv große Probleme hatten und zahlreiche Würfe verfehlten. Zur Mitte des ersten Viertels führten die Moselstädter bereits mit 13:2. Trier blieb aggressiv und nutzte die Unsicherheiten der Gastgeber konsequent aus. Nach einem zwischenzeitlichen kurzen Schreckmoment, als EJ Onu unter dem Korb umknickte und zunächst das Feld verlassen musste, blieb der Trierer Spielfluss erhalten. Maik Zirbes sorgte mit einem Abschluss am Korb für das 21:7, bevor Eli Brooks per Dreier auf 24:7 stellte (9.). Auch wenn die Gladiatoren einige offene Würfe nicht verwerten konnten, blieb die defensive Leistung der entscheidende Faktor. Mit einem gut herausgespielten Dreier von Marco Hollersbacher ging es schließlich mit einer deutlichen 29:13-Führung in die erste Viertelpause.

Auch im zweiten Viertel kontrollierten die Gladiatoren zunächst das Geschehen. Moritz Krimmer eröffnete den Abschnitt mit einem getroffenen Dreier zum 32:13. Ludwigsburg fand weiterhin nur schwer Lösungen gegen die Trierer Defensive und leistete sich immer wieder Ballverluste. Die Gladiatoren hielten das Tempo hoch und kamen dadurch zu weiteren einfachen Abschlüssen in der Transition. Nach vier gespielten Minuten stand es 36:18, ehe Jordan Roland von außerhalb der Dreierlinie auf 39:18 erhöhte. Kurz darauf war es erneut die Trierer Defensive, die für den nächsten Höhepunkt sorgte: Krimmer fing einen Pass ab und leitete den Fastbreak ein, den Austin Crowley per Dunk abschloss. Ludwigsburg reagierte erneut mit einer Auszeit. In der Folge verloren die Gladiatoren offensiv etwas den Rhythmus und leisteten sich ihrerseits einige unnötige Ballverluste. Dennoch blieb der Vorsprung komfortabel. Drei Minuten vor der Halbzeit führten die Gäste mit 43:22, kurz darauf stand es 47:22. Ludwigsburg konnte in den letzten Minuten des zweiten Viertels noch etwas verkürzen und kam vor allem durch Abschlüsse im Eins-gegen-Eins wieder näher heran. Mit einem starken Stepback-Dreier setzte Perry kurz vor der Halbzeit den Schlusspunkt. Mit 47:27 ging es in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich ein anderes Bild. Die Gladiatoren starteten hektisch in den dritten Spielabschnitt und verloren durch das hohe Tempo mehrfach den Ball. Ludwigsburg nutzte diese Fehler deutlich besser als noch in der ersten Halbzeit und startete mit einem 7:0-Lauf. Beim Stand von 47:34 sah sich Trier bereits nach kurzer Zeit zu einer Auszeit gezwungen. Die RIESEN fanden nun zunehmend bessere Lösungen gegen die Trierer Defensive und kamen auch aus der Distanz besser ins Spiel. Die Gladiatoren brauchten einige Minuten, um offensiv wieder Struktur in ihr Spiel zu bekommen. Jordan Roland sorgte schließlich mit einem Dreier plus Foul für wichtige Punkte und stellte auf 54:39 (24.). Ludwigsburg blieb jedoch nun deutlich besser im Spiel als vor der Pause. Während die Gastgeber ihre Angriffe zunehmend über gutes Zusammenspiel aufbauten, suchten die Trierer häufiger das Eins-gegen-Eins. Defensiv entstanden gleichzeitig größere Lücken, die Ludwigsburg konsequent attackierte. Drei Minuten vor Ende des dritten Viertels waren die RIESEN beim 60:53 erstmals wieder auf weniger als zehn Punkte herangekommen. Trier antwortete mit schnellem Umschaltspiel und einigen erfolgreichen Eins-gegen-Eins-Aktionen. Eli Brooks vollendete einen Angriff per Layup zum 68:57 (29.). In den Schlussminuten stabilisierten sich die Gladiatoren wieder etwas und verhinderten, dass Ludwigsburg den Rückstand noch weiter verkürzen konnte. Vor dem letzten Viertel stand damit eine 70:60-Führung für die Gäste auf der Anzeigetafel.

Im Schlussabschnitt entwickelte sich zunächst eine offene Partie. Ludwigsburg blieb in Schlagdistanz und verkürzte bei 73:64 auf neun Punkte. Die Gladiatoren fanden jedoch defensiv wieder zu ihrer Stabilität zurück und nahmen gleichzeitig etwas Tempo aus der Partie. Offensiv wurde wieder strukturierter gespielt und auch am offensiven Brett zeigten sich die Trierer nun aufmerksamer. Beide Mannschaften agierten zunehmend körperlicher und suchten ihre Abschlüsse häufiger aus dem Setplay. Vier Minuten vor Schluss führten die Gladiatoren mit 78:69. Ludwigsburg gab sich weiterhin nicht geschlagen, erhöhte den defensiven Druck und das offensive Tempo und verkürzte sukzessive auf 78:74 (36.). Trier leistete sich in dieser Phase einige unnötige Fehler und musste teilweise schwierige Würfe spät in der Wurfuhr nehmen. Jordan Roland behielt jedoch bei genau solch einem Wurf die Nerven und traf einen wichtigen Dreier zum 81:74 (38.). Die RIESEN versuchten anschließend mit hohem Risiko, die Partie noch einmal zu öffnen, doch die Trierer Defensive hielt stand und die Gladiatoren kamen erneut ins Laufen. Zwei Minuten vor dem Ende traf Ludwigsburgs Joplin noch einmal aus der Distanz zum 83:77. Die entscheidende Phase gehörte anschließend jedoch den Gladiatoren. Justin Simon versenkte einen wichtigen Dreier spät in der Schussuhr zum 86:77 und sorgte direkt im Anschluss mit einem starken Defensivspiel für den nächsten Ballgewinn. Den daraus entstehenden Fastbreak schloss Simon selbst per Dunk zum 88:77 ab (39.). Ludwigsburg fand darauf keine Antwort mehr. Marco Hollersbacher stellte 55 Sekunden vor dem Ende mit einem weiteren Dreier auf 91:77. Jordan Roland setzte mit einem weiteren Dreier den Schlusspunkt zum 94:80-Auswärtssieg der VET-CONCEPT Gladiators Trier.

Die Viertel: 29:13 | 18:14 | 23:33 | 24:20

Jacques Schneider (Headcoach VET-CONCEPT Gladiators): „Unser Verhalten in der ersten Halbzeit, wie wir aufgetreten sind und verteidigt haben, war heute entscheidend. Wir hatten ein extrem gutes Mindset, haben nur 13 und 14 Punkte im ersten und zweiten Abschnitt zugelassen – und uns dadurch zur Halbzeit einen komfortablen Vorsprung [+20 | 27:47] erarbeitet. Das ist Basketball, und das Spiel geht nun mal 40 Minuten. Es war klar, dass Ludwigsburg irgendwann zurückkommen würde. Aus der Pause kommend waren sie in ihrem Small-Ball-Line-up extrem effizient. Das war extrem gut gecoacht! Wir haben uns zunächst gegen Pick-and-Pop schwergetan, es später aber über unser Switching besser in den Griff bekommen und deshalb auch das vierte Viertel gewonnen. Also: 30 Minuten dominiert und in meinen Augen deshalb auch zu Recht gewonnen.“

 

Für Trier spielten: Austin Crowley (6 Punkte), Justin Simon (9), Behnam Yakhchali (0), Marco Hollersbacher (10), Marten Linßen (5), Jordan Roland (20), Evans Rapieque (0), Moritz Krimmer (8), Maik Zirbes (4), EJ Onu (11) und Eli Brooks (21).

Beste Werfer MHP Riesen Ludwigsburg: David Joplin (22 Punkte), Darius Perry (15), Patrick Cartier, Ishmael Leggett und Justin Kier (jeweils 13).