Overtimesieg im zweiten Heimspiel. VET-CONCEPT Gladiators Trier schlagen BMA365 Bamberg Baskets mit 92:87 und sichern sich den dritten Sieg im dritten Spiel.
Bester Trierer Werfer war Eli Brooks mit 24 Punkten. Am kommenden Sonntag wartet bereits das nächste Heimspiel gegen Braunschweig.
Nur wenige Stunden nach dem spektakulären Auswärtserfolg bei ALBA Berlin stand für die VET-CONCEPT Gladiators Trier das nächste Heimspiel auf dem Programm. Gegen die BMA365 Bamberg Baskets schickte Jacques Schneider eine zu den ersten Partien unveränderte Starting Five aus Eli Brooks, Jordan Roland, Nolan Adekunle, Urald King und Marten Linßen auf das Parkett der SWT Arena. Trotz der nur kurzen Regenerationszeit zwischen den Spielen starteten die Gladiatoren erneut mit viel Tempo in die Partie und suchten schnelle Abschlüsse in der Offensive. Die Bamberger forcierten ihr Set-Play, ließen den Ball gut laufen und erspielten sich so gute Eins-gegen-Eins-Situationen, mit denen sie sich eine frühe Führung sicherten – 5:9 (4. Spielminute). Zwar leisteten sich die Hausherren hin und wieder Ungenauigkeiten im Spielaufbau, trafen dafür im Verlauf der ersten zehn Minuten dann aber deutlich besser von außen und brachten sich so zurück ins Spiel – Yakhchali sorgte mit einem getroffenen Dreier für den Ausgleich bei 19:19 (8.). Durch einen Korbleger von Eli Brooks gingen die Gladiatoren dann kurz vor der Viertelsirene in Führung und mit 24:22 ging es für beide Teams auf die Bank.
Im zweiten Viertel erhöhten die Bamberger dann auch ihr Offensivtempo und die Partie wurde zunehmend physischer. Die Gladiatoren drückten dem Spiel nun defensiv ihren Stempel auf, hatten immer wieder die Hände in den Bamberger Passwegen und schalteten schnell um, was für Fastbreak-Punkte sorgte. Nolan Adekunle baute die Trierer Führung mit einem Steal und einem anschließenden Korbleger mit Foul weiter aus und zur Mitte des zweiten Spielabschnitts führten die Moselstädter mit 38:33 (16.). Weiterhin bestimmten die Trierer nun das Tempo und ließen den Ball offensiv schnell und präzise durch die eigenen Reihen laufen. Nach einem tollen Anspiel von Urald King erhöhte Marco Hollersbacher zwischenzeitlich auf 45:37 (18.), bevor Zach Ensminger die Gäste mit einem getroffenen Dreier zurückbrachte. Den Schlusspunkt der ersten Hälfte setzte dann aber wieder ein Trierer – Eli Brooks sorgte mit einem schweren Layup mit der Sirene für den 47:42 Halbzeitsstand.
Zum Start in die zweite Hälfte arbeiteten sich die Bamberger zurück und erhöhten nun ihrerseits den defensiven Druck. Zwar blieb auch die Trierer Defense fokussiert und nah am Gegenspieler, doch gelang es den Baskets nun auch schwere Würfe gegen den Mann zu versenken. Die Bamberger Flügel Balint und Watson sorgten mit zwei getroffenen Dreiern für den Start eines kleinen Laufs der Gäste, mit welchem sie das Spiel wieder offen gestalten konnten – 55:54 nach fünf gespielten Minuten in Halbzeit Zwei. Die Gladiatoren ließen sich davon aber nicht beeindrucken und fanden die richtige Antwort. Mit nochmals intensiverer Defense sicherte man sich nun Ballgewinne, die man auf der Gegenseite in gute Würfe ummünzen konnte. So erhöhten Evans Rapieque und Behnam Yakhchali mit getroffenen Dreiern erneut auf 63:54 (27.). Die Baskets verließen sich nun auf ihre schnellen und abschlussstarken Guards, die immer wieder in die Trierer Zone kamen, dort aber Probleme hatten erfolgreich abzuschließen. Dank ihrer konzentrierten Defensive und eines weiteren Dreiers von Evans Rapieque gingen die Moselstädter dann mit einer Führung von 69:58 in den letzten Spielabschnitt.
In den letzten zehn Minuten zeigte sich dann, dass die Trierer Profibasketballer erst vor wenigen Stunden in Berlin auf dem Parkett standen. Mit deutlich aggressiverer Mann-Mann-Defense waren es nun die Bamberger, die die Trierer Aufbauspieler unter Druck setzten und zu Fehlern zwangen. Ein 0:6-Lauf aus Trierer Sicht zwang Jacques Schneider dann zur Auszeit beim Stand von 69:64 (32.). Nun zeigten die Gladiatoren erneut eine Reaktion, ließen den Ball wieder gut laufen und kreierten sich viel Platz über ihre Center Linßen und Zirbes. Letzterer sorgte mit einem ansehnlichen Hookshot im Post-Up für die erneut zweistellige Führung seines Teams – 80:70 bei knapp vier Minuten Restspielzeit. In diesen letzten Spielminuten kam die Offensive der Moselstädter jedoch ins stottern. Die Baskets machten ihre Zone nun dicht und verteidigten ihre Closeouts deutlich aggressiver. Ein getroffener Dreier und ein einfacher Layup nach Offensivrebound durch den Bamberger Demarcus Demonia machten die Partie beim Stand von 80:75 mit noch 01:15 Minuten auf der Uhr wieder spannend. Erneut verhinderten die Gäste einen Korberfolg der Trierer und Zach Ensminger sorgte von der Freiwurflinie für die nächsten Punkte der Franken (80:77, 39.). Knapp 25 Sekunden vor Spielende leisteten sich die Gladiatoren einen weiteren Ballverlust, den die Bamberger zum 80:79 verwandelten. Im vermeintlich letzten Angriff der Trierer geht Jordan Roland nach einem frühen Foul für zwei Freiwürfe an die Linie, trifft jedoch nur den ersten Wurf und die Bamberger bekommen beim Stand von 81:79 noch einmal die Chance auf den Sieg. Auch die Gladiatoren foulten nun und schickten Baskets Center Ejiofor Onu an die Linie, dem mit zwei Treffern der Ausgleich gelang. Zwar blieben den Hausherren noch 2,6 Sekunden auf der Spieluhr, der letzte Wurf von Urald King fand jedoch nicht den Weg ins Ziel und schickte beide Teams mit 81:81 in die Verlängerung.
Zum Start in die Overtime wirkten die Trierer nun etwas erschöpft und ließen die vorherige offensive Konsequenz vermissen, was zu einem Ballverlust, zwei Fehlwürfen und einer Bamberger Führung von 81:85 bei 02:20 Minuten Restzeit führte. Dann war es Jordan Roland der nach einem schönen Anspiel einen völlig freien Dreier aus der Ecke verwandelte und sein Team wieder ins Spiel brachte. Auch defensiv holten die Gladiatoren jetzt noch einmal alles aus sich heraus und zwangen Bamberg zu schweren Würfen. Ein Tip-In von Urald King und ein erfolgreiches And-One von Eli Brooks brachten die Trierer wieder in Front – 89:85 bei knapp dreißig verbleibenden Sekunden auf der Spieluhr. Zwar gelang es den Franken schnell abzuschließen und auf 89:87, anschließend brachten die Trierer ihren Sieg aber clever über die Zeit, ließen sich foulen und Eli Brooks verwandelte drei von vier Freiwürfen zum Endstand von 92:87.
Die Viertel: 24:22 | 23:20 | 22:16 | 12:23 | 11:6
Die Zuschauerzahl: 5.129
Jacques Schneider (Headcoach VET-CONCEPT Gladiators): „Am Ende des Tages zählt nur das Resultat und das war heute positiv für uns. Wir sind im ersten Viertel mit guter Intensität gestartet, haben es geschafft unser Spiel aufzuziehen und sind in der ersten Halbzeit in unser Running-Game gekommen. Auch im dritten Viertel waren wir defensiv sehr stark und haben uns die Führung erarbeitet. Leider konnten wir das dann am Ende vom Spiel nicht so konsequent verwalten, wie es nötig gewesen wäre – wir haben eine junge und unerfahrene Mannschaft, so Fehler werden passieren. Entscheidend ist dann, dass wir Herz gezeigt haben in der Overtime und auch cool und tough genug waren, das Spiel nach Hause zu bringen. Eli und Jordan stechen sicherlich wieder mit wichtigen Würfen heraus aber insgesamt war es eine Mannschaftsleistung in insgesamt 85 Minuten in drei Tagen so aufzutreten. Ich kann meiner Mannschaft nur zu drei Siegen in Folge beglückwünschen und wir werden weiter hart arbeiten um genau an solchen Resultaten anzuknüpfen. Wir wollen bescheiden und hungrig bleiben und werden den Druck auf die Mannschaft und die Erwartungshaltung nicht verändern.“
Für Trier spielten: Dexter Akanno (DNP), Clayton Guillozet (4), Behnam Yakhchali (6), Marco Hollersbacher (3), Marten Linßen (10), Jordan Roland (18), Urald King (9), Evans Rapieque (6), Nolan Adekunle (10), JJ Mann (DNP), Maik Zirbes (2) und Eli Brooks (24).
Beste Werfer BMA365 Bamberg Baskets: Ibrahim Watson (26), Elijofor Onu (13) und Cobe Williams (11).